Kommunale Kassenkredite 2011: Unterschiede verfestigen sich

Die großen Un­ter­schiede im Ver­gleich der Bun­des­länder bei den kom­mu­nalen Kas­sen­kre­diten bleiben auch im Jahr 2011 be­stehen. Wie der ak­tuell ver­öf­fent­lichten Schul­den­sta­tistik des Sta­tis­ti­schen Bun­des­amtes zu ent­nehmen ist, sind ins­be­son­dere die Kom­munen im Saar­land (1.779 Euro/Ew.), in Rhein­land-Pfalz (1.444 Euro/Ew.) und in Nord­rhein-West­falen (1.249 Euro/Ew.) von den fi­nan­zwis­sen­schaft­lich pro­ble­ma­ti­schen Kas­sen­kre­diten be­troffen. In diesem „Krisen-Trio“ ver­fes­tigen sich die de­fi­zi­tären Haus­halts­lagen der Kom­munen und führen zu einem wei­teren An­stieg der Ver­schul­dung mit kurz­fris­tigen Kre­diten zur Si­che­rung der Li­qui­dität. Auch in Hessen (1.052 Euro/Ew.) können zu­neh­mend hohe Kas­sen­kre­dit­stände ver­zeichnet werden. Mit deut­li­chem Ab­stand folgen im Ran­king die an­deren Flä­chen­länder. Kaum ein Pro­blem stellt die kom­mu­nale Kas­sen­kre­dit­ver­schul­dung hin­gegen in den Län­dern Bayern (29 Euro/Ew.), Sachsen (15 Euro/Ew.) und Baden-Würt­tem­berg (14 Euro/Ew.) dar. Deut­lich er­sicht­lich ist der große Ost-West-Ge­gen­satz; die Kas­sen­kre­dite sind in den west­deut­schen Bun­des­län­dern mehr als dreimal so hoch wie in den ost­deut­schen Län­dern.

Kommunale-Kassenkredite 2011

Kas­sen­kre­dite (bzw. Li­qui­di­täts­si­che­rungs­kre­dite) sind ver­gleichbar einem kom­mu­nalen „Dispo“. Sie dienen der kurz­fris­tigen Si­che­rung der Zah­lungs­fä­hig­keit, wenn ein vor­r­über­ge­hender Aus­gleich zwi­schen den schwan­kenden kom­mu­nalen Ein­nahmen und Aus­gaben not­wendig ist. Kas­sen­kre­dite sind ei­gent­lich un­ter­jährig zu tilgen, tat­säch­lich nimmt das Ver­schul­dungs­ni­veau in vielen fis­ka­lisch be­las­teten Kom­munen je­doch kon­ti­nu­ier­lich zu. Kas­sen­kre­dite dienen zu­neh­mend der Fi­nan­zie­rung lau­fender Aus­gaben und müssen bei Fäl­lig­keit durch neue Kas­sen­kre­dite re­fi­nan­ziert werden. Zur­zeit sind die Zins­kosten dieser Kre­dite sehr niedrig; mit stei­gendem Zins­ni­veau drohen den be­trof­fenen Kom­munen aber schlag­ar­tige zu­neh­mende Fi­nan­zie­rungs­kosten und damit ein wei­teres Ab­driften in die Haus­halts­not­lage.

Wie der ein­zel­ge­meind­liche Schul­den­stand (für 2011 noch nicht ver­fügbar) zeigt, sind auch die in­ter­kom­mu­nalen Un­ter­schiede in­ner­halb eines Bun­des­landes be­trächt­lich. In der Regel sind ins­be­son­dere die großen, kreis­freien Städte be­troffen wäh­rend die kleinen Ge­meinden im länd­li­chen Raum we­niger Kas­sen­kre­dite auf­weisen. Ur­säch­lich hierfür ist vor allem die hohe Auf­ga­ben­be­las­tung in den Zen­tren bei gleich­zeitig un­zu­rei­chender fi­nan­zi­eller Aus­stat­tung; ge­rade auch in den Be­rei­chen der so­zialen Si­che­rung. Neben diesem ge­mein­de­fi­nanz­po­li­ti­schen Miss­stand kommt unter Um­ständen auch ein selbst­ver­schul­detes Fi­nanz­ver­halten in ein­zelnen Kom­munen hinzu.

Im Ver­gleich zu den Krisen-Län­dern sind die so­zio­öko­no­mi­schen Rah­men­be­din­gungen in Bayern und Baden-Würt­tem­berg güns­tiger und ge­statten den dor­tigen Kom­munen einen aus­ge­gli­chenen Haus­halt. Hinzu kommen zum Teil schmerz­hafte Kon­so­li­die­rungs­maß­nahmen ge­rade in den ost­deut­schen Län­dern sowie eine strenge Kom­mu­nal­auf­sicht, die zu­sam­men­fas­send zu der bes­seren Fi­nanz­lage der Kom­munen in diesen Län­dern bei­ge­tragen haben.

pdfLän­der­ver­gleich kom­mu­nale Kas­sen­kre­dite 2011.pdf

hostgator and ipage are top rated hosting companies, which focus to provide quality web hosting service.
Minimalist Joomla Templates designed by Joomla Hosting